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Betreutes Wohnen

Wohngemeinschaft und Betreutes Einzelwohnen

Seit  1989  ist der DMSG Landesverband Berlin Träger einer sozialpädagogisch betreuten  Wohngemeinschaft für Menschen, die von Multipler Sklerose und ähnlichen neurologischen Erkrankungen betroffen sind. In dem Bestreben, MS-Betroffene in ihrem Wunsch nach einer möglichst eigenständigen Lebensführung in der eigenen Wohnung zu unterstützen und zu begleiten, wird seit Mai 2009 als eine weitere Maßnahme der Eingliederungshilfe auch das Betreute Einzelwohnen angeboten.

Wir verstehen das Betreute Wohnen in beiden Betreuungsformen als Hilfe zur Selbsthilfe.  Als sozialpädagogische Begleitung und Assistenz für MS-Erkrankte erfolgt die Unterstützung, um den Betroffenen für die alltägliche Lebensbewältigung ausreichend Kraft und Handlungskompetenz zu erhalten oder sie darin zu unterstützen, diese neu zu entwickeln. Unser konzeptioneller Ansatz ist es, eine Lebenssituation zu ermöglichen, die größtmögliche Selbständigkeit, Selbstbestimmung und Eigenverantwortung gewährleistet: für mehr Lebensfreude und mehr Lebensqualität. Den vielfältigen und zum Teil sehr unterschiedlichen Begleiterscheinungen des Krankheitsbildes Multiple Sklerose  wird dabei in besonderem Maß Rechnung getragen.

Das Betreute Einzelwohnen ist eine ambulante sozialpädagogische Hilfe für Menschen, die aufgrund einer Behinderung in ihrer eigenen Wohnung Unterstützung bei der Alltagsbewältigung sowie zur Teilnahme und Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft benötigen.

Ziel des durch die DMSG angebotenen Betreuten Einzelwohnens ist es, MS-Betroffene  dabei zu unterstützen, selbstbestimmt in eigener Verantwortung auch dann in einer eigenen Wohnung zu leben, wenn sie neben pflegerischer und/oder hauswirtschaftlicher Assistenz in der alltäglichen Lebensführung innerhalb und außerhalb ihrer Wohnung sozialpädagogische Unterstützung und Begleitung benötigen. Die betreuten Menschen bestreiten ihren individuellen Lebensunterhalt entweder aus ihrem Arbeitseinkommen, ihrer Rente, der Grundsicherung sowie ggf. dem Pflegegeld.

Das Betreute Einzelwohnen wird von erfahrenen Sozialarbeitern/innen des Landesverbandes durchgeführt, die mit der besonderen Lebenssituation von Menschen mit MS vertraut sind. Der respektvolle, wertschätzende Umgang mit den Betroffenen und die Wahrung ihrer Privatsphäre ist dabei die wesentliche Voraussetzung für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Die Unterstützung ist möglich insbesondere:

  • bei der Bearbeitung persönlicher Probleme
  • bei Konflikten mit Angehörigen, Freunden oder Nachbarn
  • bei der Organisation des Haushalts
  • bei Kontakten mit  Ämtern und Behörden
  • beim Lesen, Verstehen und Bearbeiten von Posteingängen
  • bei der Freizeitgestaltung und der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben
  • bei der Beratung und Organisation ambulanter pflegerischer Versorgung
  • bei der Erhaltung oder Erlangung einer Tagesstruktur
  • durch die Begleitung bei Arztbesuchen
  • bei der Krankheitsbewältigung
  • bei der Entwicklung von Zukunftsperspektiven
  • bei der Realisierung einer barrierefreien Wohnungssituation

Besondere Aufmerksamkeit richten wir auf die Unterstützung bei der individuellen Gesundheitsförderung (gesunde Lebensführung, Ausführung ärztlicher und therapeutischer Verordnungen).

Nähere Informationen erhalten Sie in unserer Geschäftsstelle oder direkt unter:

Ana Hüffmeier, Tel. 030 / 89 73 46 32, A-Mail: ana.hueffmeier(at)dmsg-berlin.de

Unser Standort

Die Wohngemeinschaft bietet Platz für 5 Bewohner/innen. Sie befindet sich in einem Mietshaus in der Ruhlsdorfer Staße im Bezirk Kreuzberg zwischen den U-Bahnhöfen Hallesches Tor, Möckernbrücke und Mehringdamm. Es gibt dort gute Einkaufsmöglichkeiten für Artikel des täglichen Bedarfs, Arztpraxen unterschiedlicher Fachrichtungen und vielfältige Möglichkeiten für spontane Aktivitäten und Kontakte im Kiez.

Die Wohnung liegt in der ersten Etage. Das Mietshaus verfügt über eine automatische Türöffnung und einen Fahrstuhl, so dass die Bewohner/innen der WG ihre Wohnung allein verlassen oder aufsuchen können. In der rollstuhlgerecht eingerichteten Wohnung verfügt jede/r Bewohner/in als Untermieter/in über ein eigenes Zimmer mit separatem Telefonanschluss, das individuell mit den eigenen Möbeln eingerichtet wird. Darüber hinaus stehen als gemeinschaftlich genutzte Räume ein Ess- und Wohnzimmer sowie eine gemeinsame Küche und zwei Bäder zur Verfügung. Für die Betreuer gibt es ein separates Betreuerzimmer.

Pflegerische und hauswirtschaftliche Assistenz

Die pflegerische und hauswirtschaftliche Assistenz realisieren die Bewohner/innen durch die Inanspruchnahme ihrer eigenen Ansprüche an Pflegekassen, Krankenkassen oder Hilfe zur Pflege durch den zuständigen Sozialhilfeträger.  In einer gemeinsamen Übereinkunft der Bewohner/innen erfolgt diese durch einen Pflegedienst, der durch die Bündelung der Ansprüche eine Rund-um-die Uhr-Versorgung sicherstellen kann.

Sozialpädagogische Unterstützung

Die sozialpädagogische Begleitung und Assistenz erfolgt durch  sozialpädagogische Fachkräfte, die mit der besonderen Lebenssituation von Menschen mit MS vertraut sind. Sie ist auf die persönlichen Entfaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten der Bewohner/innen ausgerichtet und  erfolgt nach dem Grundsatz der Hilfe zur Selbsthilfe. Der respektvolle, wertschätzende Umgang mit den Bewohner/innen und  die Wahrung ihrer Privatsphäre ist dabei die wesentliche Voraussetzung für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Die Unterstützung erfolgt insbesondere

  • bei der Bearbeitung und Lösung persönlicher Probleme
  • bei behördlichen Angelegenheiten
  • bei dem Lesen, Verstehen und Bearbeiten von Posteingängen
  • bei der Ordnung der persönlichen Unterlagen
  • bei Kontakten zu Angehörigen und Freunden
  • bei der Krankheitsbewältigung
  • bei der Entwicklung von Zukunftsperspektiven
  • bei der Freizeitgestaltung und der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben
  • bei der Organisation und Begleitung zu Arzt- und Therapieterminen

Besondere  Aufmerksamkeit richten wir auf die Unterstützung bei der individuellen Gesundheitsförderung (gesunde Lebensführung, Ausführung ärztlicher und therapeutischer Verordnungen).

Ist ein Platz frei, können Sie sich die WG ansehen und ihre zukünftigen Mitbewohner und das Betreuungsteam kennenlernen. Sofern Sie sich für einen Einzug in die WG entscheiden wird mit Ihnen gemeinsam Ihr individueller Hilfebedarf besprochen und die Betreuungsziele festgelegt. Bei Ihrem zuständigen Bezirksamt stellen Sie dann einen Antrag auf Eingliederungshilfe nach SBG XII. Bei Bedarf unterstützen unsere Mitarbeiter Sie gern bei den erforderlichen Formalitäten. Unter Umständen haben Sie einen Eigenanteil an den Betreuungskosten zu leisten, der sich nach Ihren persönlichen Einkommens- und Vermögensverhältnissen richtet. Nach der Bewilligung Ihres Antrages steht Ihrem Einzug nichts mehr im Wege.

Ana Hüffmeier, Tel. 030 / 89 73 46 32, E-Mail: ana.hueffmeier(at)dmsg-berlin.de

 

„Betreuungsverbund Köpenick
für Menschen mit MS“

Unsere bisherige Erfahrung im BEW hat gezeigt, dass sich ein Teil der von uns betreuten MS-Erkrankten u.a. aufgrund der Fatique, durch die durchschnittlich dreistündigen Termine sowohl mental als auch physisch überfordert fühlen.

Mit dem am 1. Oktober 2018 in Köpenick eröffneten ersten Betreuungsverbund bietet der DMSG Landesverband Berlin dafür eine Lösung an. Das Projekt befindet sich in einer Wohnanlage der DEGEWO in der Joachimstraße Ecke Lindenstraße im Bezirk Köpenick mit insgesamt ca 250 Wohneinheiten Es besteht aus 11 barrierefreien, weitgehend rollstuhlgerechten Ein- und Zwei-Zimmerwohnungen sowie einer große Stützpunktwohnung im gleichen Haus. Die Klienten sind selbst Mieter der Wohnungen und richten sie auch eigenständig ein. In der Stützpunktwohnung haben die Sozialarbeiter/innen ihre Arbeitsräume. Von hier aus besuchen Sie die Klienten zu vereinbarten Terminen und erledigen die notwendigen Verwaltungsarbeiten. Die individuelle Unterstützung der Klienten erfolgt u.a.

  • bei persönlichen Problemen
  • bei der Organisation des Haushalts
  • beim Kontakt und im Umgang mit Behörden und Ämtern
  • bei der Freizeitgestaltung und der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben
  • bei der Beratung und Organisation ambulanter pflegerischer Versorgung
  • bei der Erhaltung oder Erlangung einer Tagesstruktur

 

Mit der Möglichkeit, das BEW mehrerer Klienten in unmittelbarer Wohnraumnähe als Betreuungsverbund anzubieten, können wir auf deren Bedürfnisse individuell und unter  Berücksichtigung der jeweiligen gesundheitlichen Befindlichkeit besser eingehen.

  • So sind je nach Befindlichkeit der Klienten sowohl kürzere als auch längere Termine möglich.
  • Die Sozialarbeiter/innen können bei Bedarf seitens der Klienten spontan kontaktiert werden.
  • Die Mitglieder eines Betreuungsverbundes können entweder in ihrer eigenen Wohnung oder im Betreuungsstützpunkt unkompliziert Kontakt zueinander aufnehmen.
  • Die Betroffenen können dadurch besser unterstützt werden, mit einem konsequenten Zeitmanagement ihre individuellen mentalen und körperlichen Ressourcen so zu nutzen, dass sie zu einer Erhöhung der allgemeinen Lebensqualität finden.

Der große Gemeinschaftsraum dient als erweitertes Wohnzimmer der Klienten. Hier können sie sich in unterschiedlichsten Konstellationen miteinander treffen. Darüber hinaus haben sie auch die Möglichkeit hier, z.B. zu ihren Geburtstagen, Gäste einzuladen, die sie in ihrer Ein- bzw. Zweizimmerwohnung möglicherweise nicht empfangen könnten. Gemeinsames Kaffeetrinken, Fernsehen und Spieleabende kommen dem Wunsch der Klienten nach Gemeinschaft und gegenseitiger Unterstützung darüber hinaus sehr entgegen.

Der Gemeinschaftswohnraum verfügt über eine barrierearm ausgestattete Küche und bietet damit die Möglichkeit, gemeinsam zu kochen oder zu backen.

Das Areal befindet sich in einer Seitenstraße, die von der Lindenstraße, einer großen Verkehrsstraße mit verschiedenen Straßenbahnlinien und damit nahegelegenen Haltestellen abgeht. In wenigen Minuten Fußweg erreicht man einerseits ein Parkgelände mit Zugang zur Spree einschließlich einer Dampferanlegestelle und andererseits eine Haupteinkaufsstraße mit verschiedenen Geschäften und Arztpraxen. In gut 800 Metern führt die Bahnhofstraße, in der ebenfalls Straßenbahnlinien und eine Buslinie verkehren, auf den S-Bahnhof Köpenick zu. Kurz vor dem S-Bahnhof befindet sich ein großes Einkaufszentrum, das alle Sparten des täglichen Bedarfs sowie Cafés und Restaurants beherbergt. Direkt am S-Bahnhof befindet sich das Gesundheitszentrum Köpenick, in dem nahezu alle medizinischen Fachrichtungen vertreten sind.

Einige Minuten vom Standort entfernt, befindet sich in der Köpenicker Altstadt das Rathaus sowie verschiedene Kultureinrichtungen. Das Projekt ist in einen Sozialraum eingebettet, der die Begegnung mit anderen Menschen und Institutionen auf den verschiedensten Ebenen möglich macht. Der Standort erfüllt damit alle Forderungen der Behindertenrechtskonvention der UN nach Inklusion. Er gewährleistet sowohl einen hohen Freizeitwert als auch die Möglichkeit alle wesentlichen Alltagserledigungen (z.B. Einkäufe, Arztbesuche, Café-/ Restaurantbesuche) bewältigen zu können.