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Häufigste Fragen

Häufige Fragen zu MS - kurz und knapp beantwortet

Ungefähr zwei Drittel der MS-Patienten spüren die ersten Symptome zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Manchmal wird die Diagnose erst später gestellt. In solchen Fällen zeigt sich oft bei eingehender Anamnese, dass Symptome schon früher aufgetreten waren, dass sie aber nicht von Dauer oder schwerwiegend genug waren, um genügend beachtet zu werden.
Auch im Kindes- und Jugendalter kann MS auftreten.

Es gibt nach heutigem Erkenntnisstand zwei Faktoren, die beeinflussen, ob die MS sich in einem Menschen entwickeln kann: exogene (die in der Umwelt gegenwärtig sind, z.B. ein Virus, dem man in der Kindheit ausgesetzt war) und endogene (die im Menschen individuell vorhanden sind und die jemand für MS anfällig machen, z.B. eine bestimmte Kombination der Erbanlagen).Man kann sagen, dass sich innerhalb (oft mehrerer Generationen) einer Familie häufig mehr als ein Fall von MS findet, aber eine Vererbung im eigentlichen Wortsinn besteht nicht.

MS ist keine tödliche Krankheit. In einer 1971 durchgeführten Studie (also noch vor der Verfügbarkeit moderner Therapien) wurde festgestellt, dass 25 Jahre nach der Diagnose 74% der MS-Kranken noch lebten. Dies zeigt, dass die Lebenserwartung um etwa15% gekürzt wird. Ein MS-Betroffener ist wahrscheinlich gegenüber anderen Krankheiten, wie z.B. Harn- und Atemwegsentzündungen, anfälliger als andere Menschen.

Sie brauchen nicht jede körperliche Aktivität einzuschränken. Folgende Vorschläge können helfen, Ihre Kräfte am besten zu nutzen und Überanstrengung zu vermeiden.

  • Sorgen Sie für ausreichenden, regelmäßigen nächtlichen Schlaf
  • Bleiben Sie körperlich so aktiv wie möglich, aber nie bis zur Erschöpfung
  • Lernen Sie, Ihre eigenen zu Grenzen akzeptieren, die Warnsignale des Körpers zu erkennen.
  • Erledigen Sie lange, ermüdende Aufgabe schrittweise! Legen Sie Ruhepausen ein
  • Planen Sie anstrengende Aktivitäten vormittags ein, wenn Sie die meiste Energie haben
  • Halbieren Sie (wenn möglich) den Tag durch einen Mittagsschlaf.

Obwohl man lange annahm, dass die MS keine Schmerzen verursacht, treten diese recht häufig z.B. als Folgen von Fehlbelastungen oder Falschdosierung von Medikamenten auf und beeinträchtigen die Lebensqualität der Betroffenen nicht unerheblich. Da unterschiedliche Ursachen Auslöser für die Schmerzen sein können, muss ein Arzt mit Ihnen ergründen, wo Ihre Schmerzen herkommen und die am besten geeignete Therapie empfehlen. Bei besonderer Lokalisation der MS-Herde kann es auch direkt zur Schmerzauslösung kommen, z.B. als Trigeminusneuralgie (heftiger attackenartiger Gesichtsschmerz).

Im normalen Verlauf der MS gibt es Besserungen und Verschlechterungen.Häufig werden solche Veränderungen im Krankheitsgeschehen dem Einfluss der richtigen oder falschen Ernährung zugeschrieben. Auch Diäten werden bei MS oft empfohlen, bei denen sich jedoch keine als wirklich wirksam erwiesen hat. Ratsam ist eine ausgewogene, fettarme Ernährung.

Übermäßiger Harndrang oder Inkontinenz können die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben empfindlich beeinträchtigen. Vertrauen Sie sich mit diesem Problem unbedingt einem Arzt an. Oft kann er kann diese Störungen wirksam behandeln.

Der maßvolle Genuss von Alkohol schadet generell nicht, verstärkt jedoch die MS-Symptome wie Müdigkeit und Gleichgewichtsstörungen. Beachten Sie also Ihre Verträglichkeitsgrenze! In Verbindung mit Medikamenten zeigt Alkohol häufig gefährliche Wirkungen. Konsultieren Sie diesbezüglich Ihren Arzt.

Bei der Suche nach einem MS erfahrenen Mediziner / Neurologen in Ihrer Wohnortnähe sind Ihnen die Mitarbeiter des Landesverbandes der DMSG und dessen ärztlicher Beirat gerne behilflich. Schwerpunktpraxen finden Sie auch in unserer Klinikliste oder im Internet.

In Berlin haben sich auf die Multiple Sklerose spezialisierte Ärzte in einem Qualitätszirkel zusammengeschlossen. Darüberhinaus gibt es spezielle ambulante Angebote an einigen Krankenhäusern sowie MS-Hochschulambulanzen im Bereich der Universitätsmedizin.