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Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft – Landesverband Berlin e.V.

Über uns

Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft ist eine unabhängige Selbsthilfeorganisation von an Multipler Sklerose (MS) und ähnlichen Krankheitsbildern erkrankten Menschen und deren Angehörigen sowie Förderern und Helfern, die sich der Beratung und Betreuung der Erkrankten und deren Angehörigen sowie der Erforschung und Behandlung der MS annehmen wollen, um die Lebensqualität von Menschen mit MS zu verbessern und ihnen ein selbstbestimmtes Leben unter Wahrung ihrer Menschenrechte und ihrer Gleichstellung mit Nichtbetroffenen zu ermöglichen.

Als Landesverband vertreten wir die Interessen unserer Mitglieder in zahlreichen Gremien der Stadt sowie in Verbänden für Behinderte und im DMSG-Bundesverband, bieten Orientierung und Unterstützung für MS-Erkrankte und deren Angehörige und vernetzen Angebote rund um das Thema MS in unserer Stadt.

Die Multiple Sklerose zeigt bei jedem Menschen andere Symptome, wirkt sich bei jedem Betroffenen individuell aus. Auch bei ein und derselben Person variieren die Symptome im Verlauf der Erkrankung sowohl bezüglich des Schweregrads als auch bezüglich der Dauer ihres Auftretens. Die meisten Erkrankten leiden an mehr als einem Symptom. Einige Symptome kommen in größerer Häufigkeit vor. „MS ist die Krankheit mit den tausend Gesichtern“. Es gibt schwere und weniger schwere Verläufe, gravierende und leichtere Ausfälle, sichtbare und unsichtbare Einschränkungen. Die Unterschiedlichkeit der Symptome hängt davon ab, welche Gebiete des zentralen Nervensystems (Gehirn- und Rückenmark) betroffen sind und wie stark sie in den Krankheitsprozess einbezogen sind.

Jeder Kranke hat eine individuelle Kombination z.B. folgender Symptome: 

  • Empfindungsstörungen
  • Koordinationsstörungen
  • Sehstörungen (Sehschwäche, Doppelbilder)
  • Müdigkeit (Fatique)
  • MuskelschwächeMuskelsteife (Spastik)
  • Sprech- und Schluckstörungen
  • Kognitive Störungen (z.B. Konzentration u. Gedächtnisstörungen)
  • Schwindel
  • Schmerzen
  • Sexuelle Funktionsstörungen
  • Blasen- und Darmstörungen

Wir bieten Orientierung

Menschen mit Multipler Sklerose sind in sehr unterschiedlicher Weise in ihrer Lebensführung und ihrer Lebensqualität beeinträchtigt. Manchen sieht man die Erkrankung deutlich an, bei anderen ist sie äußerlich nicht wahrnehmbar. Die Erkrankung verursacht vielfältige Probleme und damit auch Ängste. Ob es um körperliche Einschränkungen geht, um Einbußen in der Lebensqualität, um private Probleme oder die Sorge um den Arbeitsplatz. Menschen mit MS und ihre Angehörigen benötigen vielfältige Hilfen, Informationen und Orientierung. Hier setzt unsere Arbeit an. Der DMSG Landesverband Berlin e.V. bietet seinen über 2.000 Mitgliedern, deren Familienangehörigen, Freunden und Unterstützern eine Vielzahl an wichtigen Informationen, interessanten Veranstaltungen und begleitenden Therapien. Viel Hilfe zur Selbsthilfe finden Sie in unseren persönlichen Gesprächsgruppen wie der Angehörigengruppe, den Neubetroffenengruppen sowie zahlreiche Treffs, Selbsthilfegruppen und Stammtischen in allen Berliner Bezirken.       

Unsere Angebote richten sich an neu Betroffene ebenso wie an die „alten Hasen“ mit viel Erfahrung im Umgang mit der Krankheit.  Wir möchten mithelfen, die Behandlung von Erkrankten zu verbessern und in der Öffentlichkeit das Verständnis für die Krankheit der 1.000 Gesichter zu vertiefen. Auch denjenigen, die Unterstützung zur Teilhabe benötigen, können wir helfen. 

Darüber und über alles, was im Verbandsleben sonst noch wichtig und interessant ist, berichtet unser zweimal jährlich erscheinender KOMPASS, der den Mitgliedern des Landesverbandes Berlin kostenlos zugesendet wird – auf Wunsch auch als Hör-Ausgabe für Sehbehinderte. Dazu kommt noch viermal im Jahr – die Zeitschrift „aktiv“ des Bundesverbandes. Was dazwischen zu sagen ist, findet sich auf unserer Website: www.dmsg-berlin.de.

Mit Ihren Fragen wenden Sie sich gern an uns:

DMSG LV Berlin e.V.                Telefon 030 313 06 47

Wenn Sie Interesse an sozialpädagogischer Begleitung und Unterstützung haben, bei entsprechender Hilfe grundsätzlich in der Lage sind in einer eigenen Wohnung zu leben, vereinbaren sie einen unverbindlichen Beratungstermin mit unseren Mitarbeitern des Betreuten Wohnens. Diese werden ihnen all ihre Fragen beantworten, Voraussetzungen und Grundlagen abklären und bei Bedarf die erforderlichen Schritte für die Aufnahme in das Betreute Wohnen begleiten.

DMSG Berlin   Telefon 030 313 06 47

Diagnose

Die Diagnose der MS kann anfänglich schwierig sein. Erstsymtome sind oft undeutlich, weil sie meist unsichtbar sind, oft nur temporär auftreten und wieder verschwinden. Beschwerden werden oft von Außenstehenden als subjektiv, neurotisch oder hypochondrisch betrachtet.

Der zunächst aufgesuchte Hausarzt zögert in der Regel einen MS-Verdacht auszusprechen. Der Neurologe legt sich diagnostisch erst dann fest, wenn Belege für neurologische Störungen in wenigstens zwei verschiedenen Regionen des zentralen Nervensystems vorliegen und diese Symptome in zwei Schüben auftraten, die mindestens einen Monat auseinander lagen und 24 Stunden andauerten oder aber spezifische Befunde in der Kernspintomographie (MRT, Magnet-Resonanz-Tomographie) vorliegen.

Für eine definitive Diagnose kommt erschwerend hinzu, dass die frühen Erscheinungsformen der MS auch bei anderen Leiden auftreten können, die ausgeschlossen werden müssen. Letzte Sicherheit über die tatsächliche Erkrankung der MS erlangen Betroffene erst nach einer eingehenden Anamnese durch den behandelnden Neurologen und nach der Durchführung modernster medizintechnischer Verfahren wie die o.g. MRT, elektrophysiologischer Untersuchungen und meistens einer LP (Lumbalpunktion) .

Tritt bereits zu Beginn der Erkrankung ein klassisches Symptom der MS auf, wie z.B. die „Opticusneuritis“, oder hat der Arzt einen entsprechenden Verdacht,wird er weitergehende Untersuchungen veranlassen, um eine MS-Diagnose zu sichern oder auszuschließen. Nicht selten bleibt zunächst eine gewisse Unsicherheit bestehen.

Die MS-Diagnose ist für Betroffene wie auch Angehörige immer ein Schock. Schreckensbilder von völliger Immobilität, Pflegebedürftigkeit und totalem Abbruch aller normalen Lebensbezüge machen sich breit. In dieser Anfangsphase wird oft nicht realisiert, dass der Verlauf der MS individuell sehr unterschiedliche Schweregrade aufweist und die körperlichen Einschränkungen keineswegs immer zur Berufsunfähigkeit und Ausschluss aus dem gesellschaftlichen Leben führen. Zudem kann die moderne Medizin heute den Krankheitsverlauf in den meisten Fällen positiv beeinflussen. Die meisten MS-Betroffenen können trotz dieser Krankheit ein produktives und sinnhaltiges Leben führen.

Untersuchungsmethoden

Bis zur endgültigen Diagnosestellung der MS werden eine Reihe von Untersuchungsmethoden durchgeführt.

Anamnese

Der Arzt befragt den Patienten nach Beginn und Entwicklung der Beschwerden. Frühere leichte und nicht beachtete Störungen, z.B. vorübergehende Kribbelmißempfindungen, können für ihne wichtig sein. gelegentlich bezieht er die Beobachtung und Feststellung von Angehörigen und Drittpersonen mit ein.

Blutuntersuchung

Der Nachweis der MS im Blut ist bisher nicht möglich. Blutuntersuchungen dienen aber dem differenzialdiagnostischen Auschluß anderer Erkrankungen.

Neurologische Untersuchung

Der Arzt prüft die Hirn- und Nervenfunktionen (Neurostatus).  Die Untersuchung schließt die Funktion der Hirnnerven und Sinnesorgane wie z.B. das Sehvermögen, die Sprache, die Schmerz-und Berührungsempfindung, die Muskelkraft  und ggf. Tonuserhöhiungen (Spastik), die Koordination und Weiteres ein.

Evozierte Potenziale

Elektrische Signale, die nach einer wiederholten Stimulation bestimmter Nerven zum Gehirn geleitet werden und hier über am Kopf aufgelegte Elektroden erfaßt werden können,   geben Auskunft über die normale oder gestörte Leitfähigkeit bestimmter Nervenbahnen. Bei MS kann die Erregungsleitung verzögert oder ganz unterbrochen sein. Von besonderer Bedeutung, auch für die Frühdiagnose, sind die schmerzlos ableitbaren visuell evozierten Potenziale (VEP), die Auskunft über die Funktion der Sehnerven geben.

Lumbalpunktion (LP)

Aus dem Rückenmarkskanal wird etwas Nervenwasser entnommen (Liquor). Finden sich in dieser Flüssigkeit eine erhöhte Zellzahl und/oder sog. oligoklonale Banden, also eine Art Eiweißmuster, kann man auf entzündliche Prozesse im zentralen Nervensystem schließen.

Magnetresonanztomographie (MRT)

Die hochempfindliche MRT nimmt heute in der Diagnostik und Verlaufsbeurteilung der MS eine zentrale Stellung ein. Das zentrale Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) wird mittels eines starken Magnetfelds (keine Röntgenstrahlen) bildlich dargestellt. Durch ein Kontrastmittel (intravenös) können aktive Entzündungsherde sichtbar gemacht werden. Das Alter der Läsionen und Ausmaß der Zerstörungen des Gewebes werden durch verschiedene MRT- Messmethoden darstellbar.

Elektroenzephalogramm

Das EEG wird nur in seltenen Fällen als zusätzliche Untersuchung nötig.

Leitbild

Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Landesverband Berlin e.V. ist eine menschenrechtsorientierte Selbstvertretungsorganisation im Sinne der Selbstbestimmt-Leben-Bewegung. Unser zentrales Ziel ist die Verbesserung der Lebensqualität der Menschen mit Multipler Sklerose.

„Selbstbestimmt leben heisst, Kontrolle über das eigene Leben zu haben, basierend auf der Wahlmöglichkeit zwischen akzeptablen Alternativen, die die Abhängigkeit von den Entscheidungen anderer bei der Bewältigung des Alltags minimieren. Das schließt das Recht ein, seine eigenen Angelegenheiten selbst regeln zu können, an dem öffentlichen Leben in der Gemeinde teilzuhaben, verschiedenste soziale Rollen wahrzunehmen und Entscheidungen selbst fällen zu können, ohne dabei in die psychologische oder körperliche Abhängigkeit anderer zu geraten. Selbstbestimmung ist ein relatives Konzept, das jeder persönlich für sich bestimmen muss." (Quelle: DeLoach C.P., R.D. Wilins, G.W. Walker: Independent Living – Philosophy, Process and Services. Baltimore, 1983, S. 64. Übersetzung: Horst Frehe).

Unternehmenskultur

Der DMSG Landesverband Berlin verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige und mildtätige Zwecke im Sinne der Förderung der öffentlichen Gesundheitspflege. Dazu gehört die Beratung, Betreuung, Behandlung und Rehabilitation von Personen mit Multipler Sklerose und ähnlichen Erkrankungen sowie die Verbesserung und Erweiterung dieses Angebotes, um die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

In der Zusammenarbeit mit den Mitgliedern und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern orientiert sich der DMSG Landesverband Berlin an den Werten Empathie, Mitgefühl, Wertschätzung und Achtsamkeit. Unser Umgang untereinander ist professionell, menschlich, respektvoll und einander zugewandt. Der Landesverband ist unabhängig und neutral, aber parteilich im Sinne der Menschen mit Multipler Sklerose. Unsere Arbeit gestalten wir offen und transparent.

mehr dazu lesen Sie in unserer Satzung sowie unter Ziele und Themenfelder.

Der Verlauf der MS ist sehr variabel und schwer vorhersagbar. Sie kann gleichmäßig fortschreitend verlaufen (man spricht dann von progedient), meistens aber verläuft sie, zumindest in den ersten Jahren, in Schüben.

Am 30. April 1982 gründete sich der Verein „DMSG Landesverband Berlin“. dessen Vorläufer schon in den 70er Jahren durch eine private Initiative ins Leben gerufen wurde. "Offene Fürsorge“ nannte sich damals der Zusammenschluss von 10 pensionierten Sozialarbeiterinnen, die sich vorwiegend um ältere, pflegebedürftige MS-Kranke kümmerten.

Inzwischen hat sich der Landesverband zu einer beachtlichen Institution entwickelt, die mit fast 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterschiedlicher Fachrichtung und Kompetenz über 2.000 Mitgliedern in Berlin mit Rat und Tat zur Seite stehen. Seit der Gründung haben sich hervorragende Persönlichkeiten aus Politik und Medizin für die DMSG Berlin eingesetzt und dieser wichtigen Einrichtung die nötige öffentliche Wahrnehmung und Unterstützung verschafft.

Der Journalist und ehemaliger Staatssekretär Hanns-Peter Herz war langjähriger Vorsitzender, der Präsident des Abgeordnetenhauses, Peter Rebsch und die populäre Bildungspolitikerin Dr. Hanna Renate Laurien waren Schirmherrn der Gesellschaft. Seit 1997 unterstützt ein ärztlicher Beirat den Landesverband in allen Belangen von Medizin und Forschung. Im Jahre 2007 konnte die Chefärztin Prof. Dr. Judith Haas als Vorsitzende gewonnen werden. Die Zusammenarbeit der Landesverbände mit dem Bundesverband der DMSG verstärkt seine Durchsetzungskraft gegenüber politischen Entscheidungsgremien. Ende 2010 haben die Mitglieder des Landesverbandes den Selbsthilfegedanken in  den Vordergrund gerückt. Mit Herrn Kristian Röttger, Frau Karin Klingen und Frau Dr. Arnade standen erstmals Menschen mit MS an der Spitze des Verbandes. Den Selbstvertretungsanspruch dokumentiert seither auch die Besetzung des erweiterten Vorstandes mit überwiegend MS-Betroffenen. Mit der Wahl von Priv.- Doz. Dr. Karl Baum zum Vorstandsvorsitzenden im Juni 2014 konnte die fachliche Expertise in der Vorstandsarbeit durch umfassendes medizinisches Fachwissen um die MS ergänzt werden.

Auch die Öffentlichkeitsarbeit auf Landesebene ist von großer Bedeutung. Das Einbinden der Medien für die Belange der MS-Kranken, vor allem das Erwecken öffentlichen Bewusstseins und Interesses für die bisher unheilbare Krankheit, gehört zu den wichtigen Aufgaben des Vereins. Die DMSG Berlin hat gerade in den letzten Jahren erfolgreiche Medienkampagnen für ihre Mitglieder durchgeführt. Die DMSG Berlin bietet verschiedene leistet Sozialarbeit, berät die Mitglieder auch am Telefon, organisiert Informationsveranstaltungen, Gesundheitskurse und Freizeitangebote. Mit dem Betreuten Wohnen helfen wir MS Betroffenen bei der besseren Bewältigung ihres alltäglichen Lebens.

Die Geschäftsstelle des Vereins ist ein Ort der Begegnung, an dem man sich wohl fühlen kann, mit verständnisvollen Mitarbeitern, die sich bemühen, Ihre Fragen zu beantworten.

Über die Ursachen der MS liegen viele Hypothesen, aber wenig gesicherte Ergebnisse vor. Nach neueren Erkenntnissen gehen die Wissenschaftler davon aus, dass bei der Krankheitsentstehung mehrere Faktoren eine Rolle spielen, wobei einer Fehlsteuerung des Immunsystems besondere Bedeutung zuzukommen scheint. Diese dürfte durch genetische Faktoren sowie Umwelteinflüsse bedingt sein. Vermutet werden z.B. Einflüsse bestimmter Virusinfektionen oder ein zu geringer Vitamin-D-Spiegel.

Vorsitzender:   Priv.-Doz. Dr. Karl Baum
1. Stellvertretende Vorsitzende:   Karin Dähn
2. Stellvertretende Vorsitzende und Schatzmeisterin:   Cornelia Wislaug
Erweiterter Vorstand:   Kathrin Geyer und  Janine Malik
Vorsitzende des Selbsthilfebeirats:   Barbara Wohlfeil
Stellv. Selbsthilfebeiratsvorsitzender: (kein unmittelbares Vorstandsmitglied)   Emanuel Burkert
Vorsitzende des Beirates MS Betroffener:   Elly Seeger
Geschäftsführerin:Karin Maykarin.may(at)dmsg-berlin.de
Verwaltung:Elke Volkelke.volk(at)dmsg-berlin.de
 Silke Feysilke.fey(at)dmsg-berlin.de
Sozialberatung:Kerstin Neumann(Dipl. Reha-Psych)kerstin.neumann(at)dmsg-berlin.de
 Sylvia Habel-Schljapinsylvia.habel-schljapin(at)dmsg-berlin.de
Peer Counseling:Barbara Wohlfeilbarbara.wohlfeil(at)dmsg-berlin.de
 Jacqueline Resejacqueline.rese(at)dmsg-berlin.de
Betreutes Wohnen Leitung:Kerstin Jaeschkekerstin.jaeschke(at)dmsg-berlin.de
 Ana Hüffmeierana.hueffmeier(at)dmsg-berlin.de

Schwere und Art der Beeinträchtigung durch Multiple Sklerose werden mittels einer Skala, der so genannten Kurtzke-Skala, erfasst. Diese wird auch EDSS- Einteilung genannt (Expanded Disablity Status Scale) und liefert detaillierte Angaben über den Behinderungsgrad auf einer Skala von 1-10. Mit Hilfe dieser Skala stellt der Arzt immer wieder neu fest, welche Einschränkungen auf Grund der MS vorliegen. Er kann so den Krankheitsverlauf nach international einheitlichen Kriterien erfassen. Die Skala basiert auf einer standardisierten neurologischen Untersuchung, anhand derer acht Funktionssysteme bewertet werden: Kleinhirn, Hirnstamm, Motorik, Blase-und Mastdarm, Sehvermögen, Sensibilität, mentale und andere Funktionen. Neue Skalen, die zurzeit entwickelt werden, sollen noch weitere funktionale Beeinträchtigungen, (z.B. durch kognitive Störungen oder erhöhte Erschöpfbarkeit - Fatigue-) berücksichtigen.

Kurtzke- oder EDSS Skala

Einteilung der neurologischen Defizite bei MS nach Kurtzke
(Expanded Disability Status Scale) Punktwert 0 bis 10

Punktwert

Beschreibung

0,0

normaler neurologischer Untersuchungsbefund

1,0

keine Behinderung, geringfügige Störung in einem funktionellen System

1,5

keine Behinderung, geringfügige Störung in mehr als einem funktionellen System

2,0

leichte Behinderung in einem funktionellen System

2,5

leichte Behinderung in mehr als einem funktionellen System

3,0

mässige Behinderung in einem funktionellen System, oder leichte Behinderung in drei oder vier funktionellen Systemen, aber volle Gehfähigkeit

3,5

mässige Behinderung in zwei funktionellen Systemen, und leichte Behinderung in einem oder zwei funktionellen Systemen, aber volle Gehfähigkeit

4,0

gehfähig ohne Hilfe und Ruhepause für mindestens 500 Meter, am Tag während 12 Stunden aktiv trotz relativ schwerer Behinderung

4,5

gehfähig ohne Hilfe und Ruhepause für mindestens 300 Meter, ganztägig arbeitsfähig , aber mit gewissen Einschränkungen wegen relativ schwerer Behinderung

5,0

gehfähig ohne Hilfe und Ruhepause für mindestens 200 Meter, Behinderung schwer genug, um tägliche Aktivität zu beeinträchtigen

5,5

gehfähig ohne Hilfe und Ruhepause für mindestens 100 Meter, Behinderung schwer genug, um tägliche Aktivität zu verhindern

6,0

mit einseitiger oder zeitweiliger Unterstützung ohne Ruhepause gehfähig für etwa 100 Meter

6,5

mit dauernder, beidseitiger Unterstützung ohne Ruhepause gehfähig für etwa 20 Meter

7,0

unfähig, auch mit Unterstützung, mehr als 5 Meter zu gehen; weitgehend an den Rollstuhl gebunden, der ohne Hilfe benutzt werden kann

7,5

unfähig, mehr als ein paar Schritte zu gehen; an den Rollstuhl gebunden, der mit Hilfe benutzt wird

8,0

weitgehend an Bett oder Rollstuhl gebunden, pflegt sich weitgehend selbstständig mit meist gutem Gebrauch der Arme

8,5

auch während des Tages weitgehend ans Bett gebunden, teilweise selbstständige Pflege mit teilweise nützlichem Gebrauch der Arme

9,0

Bettlägerigkeit , aber Nahrungsaufnahme und Verständigungsvermögen erhalten

9,5

Völlige Hilflosigkeit mit gestörter Nahrungsaufnahme und Verständigung

10Tod durch MS

 

Im Beirat sind Ärzte aus Praxen, Kliniken, Wissenschaft und Forschung vertreten. Sie beraten den Vorstand in medizinischen Fragen und informieren unsere Mitglieder im Rahmen von Symposien, Vortragsveranstaltungen und mit Beiträgen in unserer Mitgliederzeitschrift Kompass zu aktuellen Fragen der Forschung und Behandlung der Multiplen Sklerose. Der Beirat ist ein unabhängiges und ehrenamtliches Gremium und steht auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der DMSG beratend zur Seite.

Vorsitzender des Ärztlichen Beirates ist Prof. Dr. Lutz Harms, Campus Charité Mitte.

Die weiteren Mitglieder des Ärztlichen Beirates sind die niedergelassenen Fachärzte Isabell Ringel, Dr. Ines Peglau, Dr. Said Masri, Richard Hauser sowie Dr. Hans –Ulrich Puhlmann, Schlosspark-Klinik und Prof. Dr. Friedemann Paul Charité.

Ausdauersportarten scheinen den Verlauf der MS günstig zu beeinflussen. Auch der allgemeine Gesundheitszustand wird verbessert. Daneben kann sportliche Betätigung in der Gruppe auch zu einer Intensivierung sozialer Kontakte genutzt werden.

Der Beirat steht dem Vorstand für die Dauer der Amtszeit des Vorstandes mit beratender Funktion zur Seite. Er vermittelt zwischen den MS-Erkrankten und den Gremien des DMSG-Landesverbandes und fördert den Informations- und Erfahrungsaustausch der MS-Beiräte auf Bundes- und Landesebene.

Wir bieten allen Mitgliedern unsere Erfahrungen und Unterstützung an und freuen uns, wenn sie mit uns Kontakt aufnehmen möchten. 

Beirat MS-Erkrankter(at)dmsg-berlin.de
nellifer(at)gmx.net

Sitzung des Bundesbeirates MS-Erkrankter vom 23.03 – 25.03.2018

  • Neue Entwicklung in der Therapie der MS
  • Inklusion ist Menschenrecht - Chancen für Alle?
  • Update - Sozialrecht im Alltag mit MS
  • ABC der Pflegeversicherung, Broschüre BSK e. V.
  • Leistungen der Kraftfahrzeughilfe
  • Mitnahme von E-Scooter in ÖPNV-Bussen
  • Barrierefreiheit im Fernbuslinienverkehr
  • Eurotoilettenschlüssel für behindertengerechte Toiletten
  • ABC Barrierefreies Bauen, Broschüre BSK e. V.
  • Planen - Bauen - Wohnen, Wohnungsanpassung
  • Der behindertengerechte Umbau der Mietwohnung
  • Kurz-Check für barrierefreie Veranstaltungen
  • Barrierefreie Veranstaltungen - Planung und Durchführung

Zur Info:

Bahnfahren ohne Barrieren: www.bahn.de

Selbstbestimmt Wohnen im Alter - auch für Menschen mit Behinderung: www.behindertenbeauftragter-niedersachsen.de/

Häufige Fragen zum Bundesteilhabegesetz: www.bmas.de/

Mit freundlichen Grüßen

Elly Seeger