Gartenfest zum Welt-MS-Tag – ein persönlicher Rückblick

Unser neuer Mitarbeiter für Öffentlichkeitsarbeit besuchte am 29.05.2019, noch vor seiner ersten Arbeitswoche, unser Gartenfest zum Welt-MS-Tag. Hier schildert er seine Eindrücke.

Gespannt schob ich mein Rad den Gehweg der Aachener Straße hinauf – Richtung Luftballons, die den Eingang zur Geschäftsstelle der DMSG Berlin zierten. Sie waren schon von Weitem sichtbar, genau wie der rege Betrieb: Menschen stiegen aus Autos aus oder verschwanden im Eingang. Sie hatten augenscheinlich dasselbe Ziel wie ich: das Gartenfest, zu dem der Landesverband an diesem sonnigen Mittwochnachmittag geladen hatte.

Was mich erwarten würde – keine Ahnung. Gut, ich hatte den Veranstaltungshinweis auf Facebook gelesen. Außerdem wusste ich, dass der Anlass der Welt-MS-Tag mit dem Motto „KEINER SIEHT´S. EINE´(R) SPÜRT´S“ war. Aber bis auf zwei kurze Besuche in der Geschäftsstelle hatte ich noch keine direkten Berührungspunkte mit der DMSG Berlin. Umso entspannter, dass mich schon vor dem Eingang eine Frau, die wohl noch auf ihre Begleitung wartete, so freundlich und selbstverständlich begrüßte, als ginge ich hier ein und aus.

Alles, was Spaß macht

Ein Schild führte mich schließlich um das Haus herum, in den Garten. Im luftigen Schatten einer großen Buche standen und saßen dort bereits einige Gäste, viele in eine Unterhaltung vertieft. Auf den ersten Blick, so mein Gedanke, eine bunte Mischung, eingerahmt von Ständen mit Kuchen, Quiche – und Kunst.

Ich versorgte mich an einem der Stehtische in der Mitte mit Knabbereien, um auf Erkundungstour zu gehen. Doch erst einmal stand die offizielle Eröffnung an. Die Worte von Dr. Karl Baum, Vorsitzender des Landesverbandes, blieben mir haften. Denn er betonte die zwei Seiten des  Welt-MS-Tages, dass es nicht nur um die Krankheit gehe, deren Kernsymptome man häufig nicht sehe, sondern auch darum, trotz MS sein Leben zu leben, alles zu tun, was Spaß mache und gut tue.

Eingestimmt und mittendrin

Genau diese Aussage nahm dann auch gleich darauf ziemlich hohe Töne an, genauer gesagt die eines Frauenchors. Den hatte ich bis dahin gar nicht als solchen wahrgenommen. Aufgefallen war mir nur, dass da ziemlich viele Frauen in einer Reihe saßen. Ich freute mich noch über den entdeckten Zusammenhang, da hielt ich plötzlich ein Textblatt in der Hand. Dann sangen die anderen Gäste und ich mit dem Chor „Fly Like An Eagle“. Wie hatte seine Leiterin vor dem Song gesagt: Das Ganze lebe von Interaktion und Begleitung. Ziemlich passend!

So war ich, trotz meiner eher spärlichen Gesangskünste, ganz gut eingestimmt und, obwohl gerade erst angekommen, schon mittendrin. Während des Singens kamen weitere Gäste, die vom Eingang des Gartens aus dem Chor zuhörten. Anscheinend wollten sie den Auftritt nicht stören. Rücksichtsvoll, dachte ich. Nach dem Auftritt sorgten sie für ein ziemlich volles Fest und ich traf ein mir bekanntes Gesicht. Zu reden gab es auf Anhieb genug, zum Beispiel über die Beweggründe, für die DMSG tätig zu sein.     

Von hier aus führte mich ein Gespräch zum nächsten, mal zum Rhythmus einer Trommelgruppe, mal vor dem Hintergrund von ausgestellten Bildern und designten T-Shirts. Knapp drei Stunden später hatte ich, passend dazu, ein Mosaik aus unterschiedlichsten Menschen und Perspektiven in meinem Kopf. Da wunderte es mich nicht mehr, dass das letzte Steinchen eine ABBA-Tanzeinlage im Rollstuhl war. Begleitet vom Ohrwurm „Thank You For The Music“ machte ich mich auf den Heimweg. Was ich mit nach Hause nahm – die zwei Seiten des Welt-MS-Tages.

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Singender Frauenchor
Gäste hören dem Frauenchor zu
Zwei Männer mit geschminkten Gesichtern
Porträt von drei Frauen
Tanzende Frau im Rollstuhl