Bildkollage mit Impressionen zur DMSG Berlin e.V.

Die Pille in der Behandlung der MS

Im März 2011 stand in Deutschland die erste Pille in der Behandlung der Multiplen Sklerose zur Verfügung. Fingolimod mit dem Handelsnamen „Gilenya“, eine Alternative zu den Präparaten, die  injiziert werden können. Jedoch ist Fingolimod nicht für jeden MS-Patienten geeignet. Behandelt werden dürfen nach der Zulassung der EMA (Europäische Arzneimittelbehörde) vorerst „nur“  hochaktive, schubförmige Verlaufsformen der MS in der Zweitlinientherapie, das heißt, nach einer Behandlung mit Interferon-beta, oder aber Patienten mit einer Verlaufsform, die rasch fortschreitet. Die  Pille hat eine Vielzahl an Nebenwirkungen. „Und deswegen ist das Medikament, da einzusetzen, wo man weiß, man kommt mit den bisherigen Medikamenten nicht hin, wo man auch bereit ist, ein höheres Nebenwirkungsrisiko einzugehen“, sagt Prof. Dr. Bernhard Hemmer, Leiter der Neurologischen Klinik rechts der Isar der TU München.

 

Kommen nun zwei weitere Hoffnungsträger dazu?

 

Nach Fingolimod ist Teriflunomid ein weiteres MS-Medikament, das in Tablettenform zur Verfügung steht. Die amerikanische Zulassungsbehörde, die Food and Drug Administration (FDA), erteilte die Zulasung für Teriflunomid zur Behandlung von MS  im September 2012. In Deutschland wird eine Zulassung durch die EMA in der ersten Hälfte des Jahres 2013 erhofft. Nach der Einschätzung von Prof. Hemmer könnte es Teriflunomid vielleicht schaffen, als Basistherapeutikum eingestuft zu werden.

„Es unterdrückt die Zellteilung von Immunzellen“, erklärt der MS-Experte: „Damit wirkt es entzündungshemmend und immunsuppressiv.“ Insgesamt habe der Wirkstoff eine gute Verträglichkeit. Häufigste Nebenwirkungen seien gastrointestinale Beschwerden und ansteigende Leberwerte. In den Zulassungstudien konnte die Schubrate um 31,5 Prozent gegenüber Placebo reduziert werden.

 

Der zweite Hoffnungsträger ist die Fumarsäure. Und zwar konnte hier die Anzahl neuer Läsionen  gegenüber Placebo um 73 bis 90 Prozent reduziert werden. Die Schubrate wurde über einen Zeitraum von zwei Jahren gegenüber Placebo um fast 50 Prozent verringert.

Laut Prof. Dr. Hemmer könnte das oral einzunehmende Medikament ebenso wie Teriflunomid direkt als Basistherapeutikum in der Erstlinien-Therapie zugelassen werden. Es würde somit neben Interferon-beta oder Glatirameracetat als Behandlung dem Patienten zur Verfügung stehen. „Darüber hinaus bietet das Medikament eine besondere Kombination – es ist bei hoher Wirksamkeit gleichzeitig auch besonders sicher“, betont Prof. Dr. Ralf Gold, Vorstandsmitglied im Ärztlichen Beirat des DMSG-Bundesverbandes. Die häufigsten Nebenwirkungen seien Magen-Darm-Beschwerden und Hautrötungen. Beides würde in der Regel innerhalb von wenigen Wochen nach der Ersteinnahme abklingen.


<- Zurück zu: Veranstaltungen
Anmeldung