Bildkollage mit Impressionen zur DMSG Berlin e.V.

Cannabisbasierte Therapie bei MS

Im Mai 2011, wurden Fertigarzneimittel auf Cannabisbasis zugelassen. Davon können auch Patienten mit Multipler Sklerose profitieren. Es kam Sativex® auf den Markt. Dieses Mundspray kann Spastiken bei MS-Patienten reduzieren zeigen Daten einer Studie, die aktuell auf dem 28. Kongress des Europäischen Kommittees für Behandlung und Wissenschaft in Multipler Sklerose (ECTRIMS) in Lyon, in Frankreich, vorgestellt wurden. Und zwar sollen nach einer vierwöchigen Behandlung, 4 von 10 Patienten, die auf eine herkömmliche Therapie nicht ansprachen, reagiert haben. Mäßige bis schwere MS-induzierte Spastiken wurden um mindestens 20 Prozent reduziert. Nach einer dreimonatigen Behandlung betrug die Besserung mindestens 30 Prozent.

„Für die MS-Patienten bedeutet dies weniger Schlafstörungen aufgrund von MS-bedingten Spasmen, weniger Schmerzen, einer verbesserte Blasenfunktion und weniger Einschränkungen bei alltäglichen Aktivitäten. Diese Erkenntnisse aus der alltäglichen klinischen Praxis bestätigen oder überragen die Ergebnisse aus früheren klinischen Studien zu Sativex® und wurden sogar mit leicht geringeren durchschnittlichen Tagesdosen erreicht“, kommentiert der leitende Prüfarzt dieser Studie, Prof. Dr. med. Peter Flachenecker, vom Neurologischen Rehabilitätszentrum Quellenhof in Bad Wildbad und Vorstandsmitglied im Ärztlichen Beirat des DMSG-Bundesverbandes die Studie.

Das Arzneimittel Sativex® besteht aus den Wirkstoffen THC (Delta-9-Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol), die aus der Hanfpflanze gewonnen werden. Cannabinoide binden an körpereigene Cannabinoid-Rezeptoren, die sich unter anderem im Gehirn befinden. Rezeptoren  sind Andockstellen, die nach Bindung mit ihren spezifischen Partnern Reaktionen im Körper auslösen, hier, dass Aussenden von Nervenimpulsen, die letzendlich zu einer Verringerung der Spastiken führen.

Erwähnt werden sollte jedoch auch, dass trotz einer allgemein guten Verträglichkeit bei 16,6 Prozent der behandelten Patienten Nebenwirkungen auftraten, zu denen am häufigsten Müdigkeit, Schwindel und Benommenheit von überwiegend vorübergehender Natur zählten.


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