Samstag, 19.Mai 2012
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Physiotherapie / Krankengymnastik

Die MS kann verschiedenartige Bewegungsstörungen hervorrufen.

Sie treten als Lähmungen in Folge zu großer Muskelspannungen oder zu wenig Muskelspannung auf, oder zeigen sich als Koordinationsstörungen des gesamten Bewegungsablaufs. Selten treten einzelne Symptome auf, meistens kommt es zu Mischformen.
Forschungsergebnisse der Neurohabiltation belegen, dass nach einer Schädigung im Zentralen Nervensystem Anpassungsvorgänge stattfinden, die auf eine Erholung und Neuordnung ausgerichtet sind. Um diese Neuorganisation zu optimieren, sind pysiotherapeutische Maßnahmen unerlässlich. Es ist nötig, sich bereits in der Frühphase der Erkrankung einer pysiotherapeutischen Behandlung zu unterziehen, damit folgenschwere Kompensationsmechanismen vermieden werden können.

Welche Symptome sind therapiebedürftig?

  1. Zentrale Lähmungen, die sich als Störungen im Tonus (Muskelspannung) und der Motorik äußern, so dass Bewegungen durch zu viel oder zu wenig Muskelspannung erschwert oder unmöglich gemacht werden.
  2. Koordinationsstörungen, die das Zusammenspiel der Muskeln stören, so dass Gang, Haltung und Zielbewegungen unsicher werden (Rumpf- , Stand-, Gangataxie oder gliedgenetische Ataxie).
  3. Tiefensensibilitätsstörungen, die die richtige Stellung der Gelenke verhindern
  4. Gleichgewichtsstörungen, die eine anomale Anpassung des Körpers bei einer Körperschwerpunktveränderung verhindern.
  5. Schmerzen, die sich sekundär aus Problemen des Stützapparates auf Grund von Fehlhaltungen und Kompensationsmechanismen entwickeln
  6. Schwindel, der sich aus einer Störung der Dynamik und der Sinnessysteme ergibt
  7. Blasenstörungen, die z.B. von Schäden der Muskulatur des Beckenbodens ausgelöst werden.
Wegen der meist vielfältigen der Symptomatik sind oft längere Behandlungzeiten notwendig.

Die Therapie muss immer dem Alltag des Patienten angepasst werden, seine spezifischen Bedürfnisse beachten.
Auch die Tagesschwankungen, die individuell unterschiedlich ausfallen, müssen bei den therapeutischen Maßnahmen berücksichtigt werden.

Jede Therapie zur Stabilisierung und zum Wiedererlernen der Bewegungsabläufe, die das tägliche Leben abverlangt, erfordert die Aktivität des Patienten.

Alle Anpassungsvorgänge der Zentralen Nervensystems kommen nur durch diese Aktivierung zustande.

 

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