Hippotherapie
Die Hippotherapie ist für die meisten Patienten eine besonders angenehme, medizinisch anerkannte, wirksame Behandlungsmaßnahme gegen Spastik und Gleichgewichtsstörungen bei MS.
Es ist eine Physiotherapie, die mit Hilfe eines kleinen Pferdes durchgeführt wird, dessen Bewegungen auf den Patienten im Sattel übertragen werden.
Eine spezielle Rampe erleichtert dem Behinderten das Aufsteigen, Anschnallgurte und Haltegriffe sorgen dafür, dass er sicher auf dem Reittier sitzt. Der geschulte Therapeut geht neben dem Pferd her, lenkt es per Langzügel und bestimmt, welche Übungen durchgeführt werden.
Das therapeutische Reiten hat positive Auswirkungen auf den Körper und die Psyche des Patienten, der meist nach einigen Therapiewochen einen engen freundschaftlichen Kontakt mit dem vierbeinigen Helfer hergestellt hat.
Die pysiotherapeutische Wirkung dieses heilpädagogischen Reitens beruht maßgeblich auf der Tatsache, dass der Bewegungsablauf des Pferdes im Schritttempo das Becken des Reiters mit den gleichen dreidimensionalen Schwingungsimpulsen versorgt, die auch beim menschlichen Gehen entstehen. Diesen Effekt nutzt die Hippotherapie, um den Patienten vom Becken aufwärts an seine motorischen Funktionen während des Gehens zu erinnern. Überdies erzeugt dieses Reiten eine Lockerung der gesamten Muskulatur und trainiert die Stütz-, Haltungs- und Gleichgewichtsreaktionen.
Die Therapie dauert etwa 20-30 Minuten und erfordert eine sich anschließende Ruhe – und Entspannungsphase.
Keine andere pysiotherapeutische Methode kann einen Behinderten eine so deutlich spürbare Bewegungserfahrung vermitteln und auf diesem Wege die taktile Wahrnehmung, die Reaktionsfähigkeit und Geschicklichkeit stimulieren und verloren gegangenes Körperbewusstsein reaktivieren.
Körperliche Voraussetzungen für diese Reittherapie sind eine gewisse Stabilität im Rumpf, damit selbstständiges Sitzen möglich ist, und nicht zu stark geschädigte Beine, die das Aufsteigen (mit Unterstützung)zulassen.
Bis 1998 wurden die Kosten für die Hippotherapie von den Krankenkassen übernommen.
Heute muss man sie selbst bezahlen. Wenn sie ärztlich verordnet ist und von Physiotherapeuten mit Zusatzausbildung für diese spezielle Therapieform durchgeführt wird, übernimmt die MS-Gesellschaft Berlin für Ihre Mitglieder einen Kostenbeitrag.