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Diagnose

Die Diagnose der MS ist schwierig. Anfangssymtome sind oft undeutlich, weil sie meist unsichtbar sind, oft nur temporär auftreten und wieder verschwinden. Beschwerden werden oft von Außenstehenden als subjektiv, neurotisch oder hypochondrisch betrachtet.

Der zunächst aufgesuchte Hausarzt zögert in der Regel einen MS-Verdacht auszusprechen. Der Neurologe legt sich diagnostisch erst dann fest, wenn Belege für neurologische Störungen auf wenigstens zwei verschiedenen Gebieten des Zentralen Nervensystems vorliegen und diese Störungen in zwei Schüben auftraten, die mindestens einen Monat auseinander lagen und 24 Stunden andauerten.

Für eine definitive Diagnose kommt erschwerend hinzu, dass die frühen Erscheinungsformen der MS auch bei anderen Leiden auftreten können. Letzte Sicherheit über die tatsächliche Erkrankung der MS erlangen Betroffene erst nach einer eingehenden Anamnese durch den behandelnden Neurologen und nach der Durchführung modernster medizintechnischer Verfahren wie MRT (Magnetresonanztomographie), LP (Lumbalpunktion) und elektrophysiologische Untersuchung.

Tritt bereits zu Beginn der Erkrankung ein klassisches Symptom der MS auf, wie z.B. die „Opticusneuritis“, können die Ärzte weitergehende Untersuchungen veranlassen, um eventuell eine MS-Diagnose auszuschließen.

Die MS-Diagnose ist für Betroffene wie auch Angehörige immer ein Schock. Schreckensbilder von völliger Immobilität, Pflegebedürftigkeit und totalem Abbruch aller normalen Lebensbezüge machen sich breit. In dieser Anfangsphase wird oft nicht realisiert, dass der Verlauf der MS individuell sehr unterschiedliche Schweregrade aufweist und die körperlichen Einschränkungen keineswegs immer zur Berufsunfähigkeit und Ausschluss aus dem gesellschaftlichen Leben führen. Viele MS-Betroffenen können trotz dieser Krankheit ein produktives und sinnhaltiges Leben führen.