Bildkollage mit Impressionen zur DMSG Berlin e.V.

Forschung

Berlin gehört zu den größten und vielfältigsten Wissenschaftsregionen in Europa. Insbesondere die Lebenswissenschaften stehen im Zentrum der vielfältigen Forschungsaktivitäten auf internationalem Niveau. Diese Forschung umspannt ein breites Feld von der der Aufklärung der biologischen Grundlagen bis zur patientenorientierten klinischen Forschung. Auch zur Multiplen Sklerose wird hier in Berlin in vielen Einrichtungen geforscht. Wir möchten Ihnen einige Forschungsprojekte zur Multiplen Sklerose vorstellen: 

NAMS Studie: Ernährungstherapie bei Multipler Sklerose

An der NAMS Studie können Patienten mit schubförmig-remittierender Multipler Sklerose teilnehmen, die zwischen 18 und 65 Jahren alt sind und in den letzten 2 Jahre Krankheitsaktivität aufweisen. Die Visiten werden in der Charité am Campus Mitte in Berlin durchgeführt.


Aus gesammelten Erfahrungswerten und ersten Studien mit verschiedenen Ernährungskonzepten gibt es Hinweise, dass sich die Multiple Sklerose durch Ernährung beeinflussen lässt. Das eröffnet die potentielle Möglichkeit, über spezifische Ernährungsformen auf den Krankheitsverlauf einzuwirken.

Die NAMS Studie ist ein Nachfolger der IGEL-Studie, die bereits hier vorgestellt wurde. Aufgrund der positiven Studienergebnisse der IGEL-Studie hinsichtlich der Lebensqualität und Blutfettwerten durch Fastentherapie und ketogene Ernährung, wurde die NAMS Studie mit einer längeren Interventionszeit von 18 Monaten und dem MRT als Endpunkt ins Leben gerufen. Ziel der NAMS Studie ist die Untersuchung der Wirksamkeit dreier Ernährungskonzepte auf den Erkrankungsverlauf von MS-Betroffenen. Insbesondere wird untersucht, ob es Unterschiede in der Wirksamkeit der Ernährungsformen gibt in Bezug auf das Neuauftreten von Läsionen im Gehirn, aber auch hinsichtlich der körperlichen Beeinträchtigung, Schubrate, Lebensqualität, Blutfetten, Darmflora und weiteren Parametern.


Diese Ernährungskonzepte sind


1. Intermittierendes Fasten mit einer im Intervall täglichen 14-stündigen Nahrungskarenz als therapeutisch modifiziertes Fasten


2. Adaptierte ketogene Ernährung,  eine fettreiche und Kohlenhydrat-reduzierte Ernährung


3. Entzündungshemmende Ernährung, eine Ernährung mit überwiegend pflanzlichen Nahrungsmitteln basierend auf den aktuellen Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) .


An der NAMS Studie können Patienten mit schubförmig-remittierender Multipler Sklerose teilnehmen, die zwischen 18 und 65 Jahren alt sind und in den letzten 2 Jahre Krankheitsaktivität aufweisen. Die Visiten werden in der Charité am Campus Mitte in Berlin durchgeführt. Insgesamt sind 6 Visiten über einen Zeitraum von 18 Monaten geplant. Zusätzlich werden regelmäßige, MS-spezifische Ernährungsberatungen in Kleingruppen angeboten. Die erste Kohorte ist im Mai gestartet und nun ist der Screening-Zeitraum für die nächste Kohorte geöffnet.


Kontakt: Liane Franz liane.franz(at)charite.de, Lina Bahr lina.bahr(at)charite.de

,Studienleitung: Prof. Dr. Friedemann Paul (AG Klinische Neuroimmunologie, NCRC), Prof. Dr. Andreas Michalsen (Charité – Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie)

VISION-Studie an der Charitè: Untersuchung des Einflusses von Dimethylfumarat auf Veränderungen des visuellen Systems

VISION-Studie an der Charitè

Multiple Sklerose ist charakterisiert durch Entzündung und Zerstörung von Nervenfasern, die u.a. das gesamte Visuelle System beeinträchtigen. Diese neurodegenerativen Prozesse können inzwischen mittels einzigartiger, moderner Untersuchungsmethoden des Sehnervs und des gesamten Auges diagnostiziert werden.

Hierzu gehört u.a. das OCT (Optische Kohärenztomographie) – eine schmerzfreie, etablierte Untersuchung des Auges.

Diese Studie soll den möglichen schützenden Effekt von Dimethylfumarat (Tecfidera) auf Nervenfasern und Nervenzellen des Auges bei Patienten mit schubförmig verlaufender MS untersuchen.

Hierbei werden in 8 Visiten über 36 Monate neben dem OCT auch andere visuelle Untersuchungen durchgeführt.

Teilnehmen können weibliche und männliche Patienten zwischen 18 – 64 Jahren, die bereits Tecfidera einnehmen. Die Einnahme sollte jedoch nicht länger als 20 Wochen erfolgt sein.

Die Studientermine werden am NCRC in Berlin Mitte durchgeführt. Die Anfahrt kann bis 20,00€ pro Visite erstattet werden.

Studienleitung: Prof. Friedemann Paul
AG Klinische Neuroimmunologie
NeuroCure Research Center
Chariteplatz 1
10117 Berlin

Kontakt:
Tel.: 030 450 639 736 
Bettina Zwingenberger
ncrc(at)charite.de

 

 

MS-Patienten zur Erstellung einer Datenbank „rund ums Sehen“ gesucht!

Rund ums Sehen

Die AG Klinische Neuroimmunologie im NeuroCure Clinical Research Center (NCRC) an der Charité Campus sucht zur Erstellung einer Datenbank Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose.

Wie bereits in verschiedenen Studien gezeigt werden konnte, kann es bei MS zu charakteristischen Veränderungen an der Netzhaut des Auges kommen. Mit der sog. optischen Kohärenztomographie (OCT), einer schon seit mehreren Jahren bei der Diagnostik von Augenerkrankungen wie dem grünen Star (Glaukom) oder diabetischen Netzhauterkrankungen etablierten Untersuchungstechnik, lässt sich der Aufbau der Netzhaut sehr einfach vermessen. Vor diesem Hintergrund möchten wir im Rahmen einer großangelegten Beobachtungsstudie prüfen, ob sich mit dieser Methode ein Untergang von Nervenzellen und –fasern nachweisen und über den Verlauf mehrerer Jahre nachverfolgen lässt. Konkret möchten wir herausfinden, ob die messbaren Veränderungen an der Netzhaut die Krankheitsaktivität, den Krankheitsverlauf und die Erkrankungsschwere widerspiegeln. Zur Beantwortung dieser Fragen möchten wir die messbaren Veränderungen der Netzhaut erfassen und mit dem Ausmaß körperlicher Beeinträchtigungen und kognitiver Einschränkungen, der Ausprägung von Veränderungen im MRT, der Lebensqualität und der Konzentration bestimmter Stoffe im Blut vergleichen. Die Augenuntersuchungen beinhalten unter anderem die o.g. OCT-Untersuchung, das Bestimmen der Sehschärfe und des Kontrastsehens, diverse Farbsehteste und eine Erfassung der visuell evozierten Potenziale (Untersuchung der Leitfähigkeit des Sehnervs).

Für Sie als Studienteilnehmer ergeben sich daraus der Vorteil regelmäßiger klinischer Untersuchungen und die Möglichkeit der Verlaufskontrolle. Des Weiteren erfahren Sie die Testergebnisse sofort nach der Untersuchung und können bei einigen Tests Befunde und Ergebnisse mit nach Hause nehmen. Fahrtkosten können je nach Entfernung der Anreise ganz oder teilweise erstattet werden.


Weitere Informationen rund um die sog. „VIMS-Studie“ erhalten Sie unter auf unserer Website www.ncrc.de oder per Email (ncrc(at)charite.de).

Studienleitung: Prof. Dr. Friedemann Paul
AG Neuroimmunologie
NeuroCure Clinical Research Center
Charitéplatz 1
10117 Berlin

DENIM-Studie an der Charité: Depression und Immunfunktion bei MS

DENIM Studie

Verstimmungen und Antriebsverlust gehören zu den häufigsten Symptomen von MS-Betroffenen und treten hier auch deutlich öfter auf als bei anderen chronischen Erkrankungen. Bislang ist allerdings wenig über die zugrunde liegenden biologischen Mechanismen dieser Zusammenhänge bekannt. In unserer wissenschaftlichen Studie wollen wir im Vergleich von MS-Patienten mit und ohne depressiver Verstimmung untersuchen, ob Depression mit einer Veränderung im Immunsystem zusammen hängt.
Die Studie besteht aus einem einmaligen Termin. Teilnehmen können Patienten und Patientinnen mit schubförmiger MS mit und ohne depressiver Verstimmung sowie gesunde Kontrollprobanden.
Teilnehmende müssen zwischen 18 und 55 Jahre alt sein und dürfen z.Zt. keine Psychopharmaka einnehmen. Im Rahmen der Studie werden keinerlei Medikamente verabreicht.
Der Studientermin in der Studienambulanz des NeuroCure Clinical Research Center(NCRC) an der Charité, Campus Mitte, beinhaltet eine einmalige Blutentnahme, eine neurologische Untersuchung sowie ein Interview, in dem das psychische Wohlbefinden erfragt wird. Ein Studientermin dauert etwa 3 Stunden, für Teilnehmende ist eine Aufwandsentschädigung von 30 € vorgesehen.

Charité - Universitätsmedizin Berlin
Kontakt: 
Tel.: 030 450 517796
Fr. Tänzer
denim-studie(at)charite.de

Studienleitung:
Prof. Dr. med. Friedemann Paul
AG Neuroimmunologie
NeuroCure Clinical Research Center
Charitéplatz 1
10117 Berlin

Prof. Dr. Stefan M. Gold
Leiter der AG Neuropsychiatrie
Zentrum für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie
Hindenburgdamm 30
12203 Berlin

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CIS-Studie: Klinisch isoliertes Syndrom und neu diagnostizierte Multiple Sklerose: Diagnostische, prognostische und Therapie-Response Marker

Diese Verlaufsuntersuchung richtet sich an Patienten, die erst seit kurzer Zeit an einer Multiplen Sklerose leiden oder bei denen ein sog. „Klinisch Isoliertes Syndrom“ (CIS) diagnostiziert wurde. Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie, die helfen soll, die Erkrankung in ihren frühen Phasen besser zu verstehen und Marker für den Verlauf und die Prognose zu entwickeln. In regelmäßigen Abständen erhalten die Studienteilnehmer u.a. eine neurologische Untersuchung, eine MRT-Untersuchung und eine optische Kohärenztomographie. 

Studienleitung:            Prof. Dr. med. Friedemann Paul

AG Neuroimmunologie

NeuroCure Clinical Research Center

Charitéplatz 1

10117 Berlin

 

PD Dr. Klemens Ruprecht

Klinisches und experimentelles
Forschungszentrum für Multiple Sklerose
Klinik und Poliklinik für Neurologie Charité – Universitätsmedizin Berlin

Charitéplatz 1
10117 Berlin

 

Kontakt:                      Tel.: 030 450 660 072

                                   (Fr. Dr. Behrens)

                                   CIS-MS(at)charite.de

Datenbank zu Familienplanung und Schwangerschaften bei Multipler Sklerose

Die Multiple Sklerose betrifft häufig Frauen zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr  und fällt damit in eine Lebensphase, die mit Familienplanung und Kinderwunsch einhergeht.  Bislang gibt es nur unzureichende Daten zum Einfluss einer Schwangerschaft auf die Multiple Sklerose. Daher wollen wir Patientinnen in der Zeit des Kinderwunschs sowie während und nach einer Schwangerschaft begleiten, um in regelmäßigen Abständen u.a. eine neurologische Untersuchung, eine MRT-Untersuchung und eine optische Kohärenztomographie durchzuführen. 

 

Studienleitung:          Prof. Dr. Friedemann Paul

AG Neuroimmunologie

NeuroCure Clinical Research Center

Charitéplatz 1

10117 Berlin

 

Kontakt:                     Tel.: 030 450 539 040

                                   (Dr. N. Borisow; Fr. Stößlein)

                                   ncrc(at)charite.de

Kann Bewegung bei MS helfen?

Wir wollen herausfinden, ob und wie ein gezieltes Bewegungstraining bei MS helfen kann.

Über die hohe Bedeutung der alltäglichen Bewegungsfähigkeit eines Menschen für seine Lebensqualität besteht kein Zweifel. Umso wichtiger ist es diese Bewegungsfähigkeit zu erhalten oder nach Störungen oder Verletzungen wieder zu erlangen. Dies wird klassisch durch Physio‐ oder Bewegungstherapien aber auch im Rahmen von Gesundheitssportprogrammen geleistet.

Schlüssel des Erfolges zur Verbesserung oder Wiederherstellung der Bewegungsfähigkeit bzw. Bewegungsqualität ist ein individuell angepasstes Bewegungstraining. Damit diese individuelle Anpassung überhaupt möglich wird, ist zunächst eine genaue Status‐Feststellung / Diagnostik der Bewegung notwendig. Bisher war es allerdings nicht möglich, Bewegungsabläufe verschiedener Personen miteinander objektiv zu vergleichen, da jeder Mensch selbst hoch automatisierte Bewegungen immer innerhalb einer individuellen Veränderlichkeit ausführt. Mit neuen Verfahren ist es jetzt möglich, die übergeordneten Grundmuster von Bewegungen zu messen und so individuelle Muster einer Bewegung unterschiedlichster Personen zu objektivieren und zu vergleichen.

Die Idee


Nachdem wir jetzt die Wiederholbarkeit (Reliabilität), Zuverlässigkeit (Validität) und die Empfindlichkeit (Sensitivität) unseres Messverfahrens nachgewiesen und sichergestellt haben, möchten wir prüfen, ob sich das System zur Statusermittlung bei neurologischen Erkrankungen eignet.

Wir möchten herausfinden, ob und wenn ja, wie sich die Grundmuster speziell beim Gehen bei Personen mit und ohne neurologischen Erkrankungen unterscheiden. Bei der MS interessieren uns speziell die Veränderungen vor und nach einem Schub sowie im weiteren Verlauf der Erkrankung. Erste Pilotmessungen bei Menschen mit progredienter MS konnten zeigen, dass unser Diagnostik‐System tatsächlich helfen kann, individuelle Unterschiede herauszuheben.

Langfristiges Ziel ist es, auf dieser Grundlage gezieltere Trainingsmöglichkeiten zu schaffen, die genauer auf die vorliegenden Bewegungsdefizite abgestimmt sind. Hierbei wollen wir versuchen, das Training direkt an den Grundmustern der neuromuskulären Koordination auszurichten.

Und genau dafür brauchen wir Ihre Mithilfe.

Kontaktdaten: Dr. Lars Janshen
Humboldt‐Universität zu Berlin
Institut für Sportwissenschaft Abt. Trainings‐ & Bewegungswissenschaften
Philippstraße 13, Haus 25, R 2.11
Tel: 030 – 2093‐46251
Fax: 030 – 2093‐46046
Mail: lars.janshen@hu‐berlin.de
Info: www.tbw.hu‐berlin.de



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