Bildkollage mit Impressionen zur DMSG Berlin e.V.

Beruf und MS

Stehen Sie im Arbeitsleben und sind beispielsweise von einem Schub betroffen, gilt nach Auskunft des Krankengeldzentrums der Techniker Krankenkasse folgendes Procedere. Zuerst bekommen Sie sechs Wochen eine Lohnfortzahlung. Danach steht Ihnen Krankengeld zu und zwar bis zu 78 Wochen. Den Anspruch auf das Krankengeld haben sie für einen Zeitraum von drei Jahren. Das bedeutet: Die 78 Wochen müssen nicht zusammenhängend sein.

Können Sie beispielsweise nach einem Schub nicht wieder direkt Vollzeit arbeiten, ist dies durch eine stufenweise Wiedereingliederung möglich, in der Sie Krankengeld erhalten. Zu beachten ist: Diese Zeit wird auf die 78 Wochen angerechnet.

Aufgrund der vielfältigen Symptome der Multiplen Sklerose sind auch die eventuell auftretenden Beeinträchtigungen im Berufsleben sehr heterogen. Wurde bis zum Zeitpunkt x dem Arbeitgeber nicht mitgeteilt, dass sie an einer MS erkrankt sind könnte dies nach einer individuellen Abwägung bei fortschreitender Erkrankung nützlich sein. Denn durch die Unterstützung des Arbeitgebers mit der  Anpassung ihres Arbeitsplatzes an ihre Bedürfnisse ist es vielen MS Erkrankten möglich, länger am Arbeitsleben teilzunehmen. Anpassungsmöglichkeiten könnten folgende sein: Teilzeitarbeit, mehr Pausen, Senkung der Raumtemperatur, Heimarbeit am Computer, Einbau von Zugangsrampen, Büroräume in der Nähe von Toiletten, etc.

Die Integrationsfachdienste sind dafür zuständig, Schwerbehinderte und Arbeitsgeber im Arbeitsprozess zu beraten (http://www.berlin.de/lageso/arbeit/ifd/index.html).

Muss die Arbeitszeit reduziert werden, lassen sich die Einbußen des Gehalts durch eine Teil-Erwerbsminderungsrente, die individuell bei der Deutschen Rentenversicherung (BfA)  beantragt werden muss, ein wenig abfangen. Wird eine Rente wegen voller Erwerbsminderung bezogen, dass heißt, sie als Erkrankte(r) können nur weniger als drei Stunden pro Tag arbeiten, wäre ein Mini-Job eine Alternative, die sie wählen könnten. Aber Achtung bei den Stunden: Auch hier darf dann  „nur“ weniger als drei Stunden pro Tag gearbeitet werden. Das Ehrenamtliche Engagement könnte ebenfalls sinnvoll sein, wenn sie aus dem Berufsleben ausscheiden müssen.



Eine Reise zum Start ins Berufsleben. Dazu erklärt der DMSG-Bundesverband:
„Menschen mit Behinderung können von der Arbeitsagentur einen Ausbildungszuschuss bekommen. Unter dem Gesichtspunkt der sozialen Absicherung ist zu beachten, dass Auszubildende während ihrer Ausbildung gegen das Eintreten einer Erwerbsminderung abgesichert sind. Dies trifft für Studierende während des Studiums nicht zu. Verschlechtert sich die MS-Erkrankung während des Studiums so stark, dass die Fortführung des Studiums und eine anschließende Berufstätigkeit nicht mehr oder nur noch teilweise ausgeübt werden können, stehen die Betroffenen ohne entsprechende soziale Absicherung da.“
Es heißt weiter: „Bei der Vergabe von Studienplätzen durch die ZVS (Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen) können Behinderte Anträge auf bevorzugte Berücksichtigung des Studienortes stellen. Auch besteht unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit zur Wartezeitverkürzung  oder zur sofortigen Zulassung zum Studium sowie zur Erlassung eventuell anfallender Studiengebühren. Informationen hierzu gibt es beim Deutschen Studentenwerk (DSW). An den Hochschulen kann man sich zudem an Beauftragte für Behindertenfragen wenden.

Die Förderungshöchstdauer durch das BAföG kann wegen schwerwiegender Gründe – also auch wegen Krankheit oder Behinderungen, die zu einer Verzögerung des Studiums führen – verlängert werden. Nähere Informationen hierzu erteilen das Deutsche Studentenwerk und die BaföG-Ämter.

Beim Studium müssen die Prüfungsordnungen die besonderen Belange Behinderter berücksichtigen, um die Chancengleichheit zu wahren. Studierenden kann daher auf Antrag eine Prüfungserleichterung gewährt werden, beispielsweise eine Verlängerung der Prüfungszeit, das Einlegen von Pausen oder auch die Benutzung bestimmter Hilfsmittel, wenn dies krankheits- oder behinderungsbedingt notwendig ist.

Auch Auszubildende haben Anspruch auf Prüfungserleichterung. In der Prüfungsordnung für die Durchführung von Abschluss – beziehungsweise Gesellenprüfungen ist festgelegt, dass die besonderen Belange der körperlich, geistig und seelisch Behinderten bei der Prüfung zu berücksichtigen sind. Zuständig sind die Handwerkskammern sowie die Industrie- und Handelskammern.“