Samstag, 19.Mai 2012
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Partnerschaft

Nach der Diagnose MS spielt bei den meisten Betroffenen die Frage „wie geht mein Partner mit dieser Diagnose um“ und „wie verändert die Krankheit die Beziehung zu meinem Partner“ eine zentrale Rolle.

Wer eine gewisse Vorstellung davon hat, welche körperlichen, psychischen und sozialen Veränderungen die MS mit sich bringen kann, der weiß, dass er die Krankheit nur mit Hilfe anderer Menschen, besonders des nächststehenden, bewältigen kann.

Oft fällt die Entscheidung, die folgenschwere Diagnose dem Partner mitzuteilen, erst nach qualvollen Wochen der Angst, den Partner zu verlieren. Manchmal wird auch sehr schnell ein gewissermaßen prophylaktischer Rückzug aus allen intimen Bereichen der Beziehung angetreten.

Dieses verzagte Verhalten steht im krassen Widerspruch zu dem wichtigsten und (empirisch bestätigten) Gebot der größtmöglichen Offenheit und enttabuisierten Kommunikation bezüglich der Krankheit MS. Die Forderung gilt im besonderen Maße für die wichtigste Bezugsperson, die das Krankheitsgeschehen aus nächster Nähe erlebt.

Der Partner/die Partnerin muss die Chance haben, von Anfang an zu entscheiden, ob er/sie gewillt und in der Lage ist, den kranken Partner zu unterstützen und ihm/ihr die nötige Hilfestellung im Alltag zu geben. Fällt die Entscheidung positiv aus, dann stellt das Bestehen dieser „Liebesprobe“ eine gute Basis für die Bewältigung eventuell kommender Schwierigkeiten, Probleme und Einschränkungen durch die MS dar.

Da die Krankheit immer unerwartet ins Leben tritt, müssen die Partner gemeinsam ihre Lebensplanung ändern, neue Strategien für den Alltag erdenken, Wünsche und Erwartungen neu definieren.

Es muss gelingen, die MS ins Leben zu integrieren und ihr einen Platz in der Partnerschaft einzuräumen ohne ihr das ganze Feld zu überlassen.

Ein wichtiges Thema in einer engen Partnerschaft ist in der Regel die Sexualität.
Die sexuellen Funktionsstörungen, die häufig bei Frauen und Männern durch die MS ausgelöst werden, verlangen von den Partnern auch ein Umdenken auf diesem Gebiet.

Auch hier sind Offenheit und Vertrauen, Mut, Toleranz und Phantasie wichtigste Voraussetzungen, für ein gelingendes, befriedigendes Ausleben körperlicher Bedürfnisse – trotz Multipler Sklerose.

Gerade die Überwindung von Schwierigkeiten und das Kämpfen um Glück und Liebe schweißt Paare oft in besonderer Weise zusammen. Eine erfüllte Partnerschaft hängt weder von der Unversehrtheit ihrer Beteiligten noch von unbeschwerten Lebensbedingungen ab.

Umfassende Informationen zu MS und Sexualität erhalten Sie in der Geschäftsstelle der DMSG Berlin.

 

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